Realität kennen gelernt - 24 Stunden Berufs-Jugendfeuerwehrtag - DK 16.04.2010 PDF Drucken E-Mail

Denkendorf (EK) "Es hat großen Spaß gemacht, der Tag war superinteressant", schwärmt der 15-Jährige Marco Freund. "Wir waren immer voll ausgelastet, es war immer etwas los", ergänzt der 17-Jährige Stefan Wittmann.


Beide hatten gemeinsam mit 14 weiteren Mitgliedern der Jugendfeuerwehr am Wochenende 24 Stunden im Rahmen eines Berufsjugendfeuerwehrtags in der Denkendorfer Feuerwache verbracht und dabei die Aufgabenbereiche eines Feuerwehrmannes kennen gelernt. Sabrina Bauer (14), eines von drei teilnehmenden Mädchen, gefiel vor allem, endlich selbst anpacken zu dürfen. Sie ist erst seit einem drei viertel Jahr Mitglied der Jugendfeuerwehr und hat eben durch diesen Tag bestätigt bekommen, in der Denkendorfer Feuerwehr am richtigen Platz zu sein.

Interessante Übungsszenarien hatten die Feuerwehrverantwortlichen für die Jugendlichen ausgewählt. Bei der Übung "Baum liegt über der Straße" war eine realistisch geschminkte, vermeintlich verletzte Person unter dem Stamm eingeklemmt. "Mulmig" sei sein Gefühl bei der Suche nach einer vermissten Person im Wald bei Riedelshof gewesen, gibt Marco unumwunden zu. "Es war schon sehr realistisch", erklärt Sabrina, die diesen Einsatz als den Interessantesten bezeichnet.

Stefan gefiel vor allem die Technische Hilfeleistung (THL). Hier durften die Jugendlichen mit dem Rettungsspreizer – unter fachmännischer Aufsicht – selbst am Auto arbeiten.

Die Jugendlichen erlebten im Rahmen dieser 24 Stunden vor allem eines: Realitätsnähe. Kreisbrandmeister Markus Hanrieder hat die Denkendorfer Verantwortlichen bei der Einrichtung eines Sonderkanals unterstützt. Hier wurde eine fiktive Leitstelle gebildet, an welche die jugendlichen Einsatzleiter ihre Meldungen abzugeben hatten. Diese Leitstelle war auch stets von einem jugendlichen Disponenten besetzt. Die Jugendlichen durften neben der Besetzung der Leitstelle, unter anderem Einsätze im Krankenwagen, im Sprinter oder den beiden Einsatzfahrzeugen abwechselnd mitfahren.

Gegen Abend war ein "Containerbrand" am Schönbrunner Sportplatz vorgesehen. Aufregend für die Jugendlichen, da sie eine recht lange Wasserversorgung – über 400 Meter – aufzubauen hatten. Sie sahen das echte Feuer bereits sehr lange, konnten ohne Wasser nichts tun. Erleichterung machte sich breit, als endlich die Schläuche Wasser von sich gaben – ein echtes Problem aus dem Feuerwehralltag, erklärte Jugendwart Markus Reigl auf Nachfrage.

Zwischen den Übungseinsätzen stand theoretischer Unterricht, zum Beispiel im Bereich Erster Hilfe, auf dem Plan. Kommandant Manfred Felser meinte auf Nachfrage: "Es war eine Meisterleistung der Verantwortlichen und der Helfer". Den Wunsch, den 24-Stunden-Tag zu wiederholen, konnte er den Jugendlichen bei der Abschlussbesprechung "von den Augen ablesen." Auch die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Beilngries, die dankenswerter Weise die Drehleiter zu Übungszwecken zur Verfügung stellte, klappte gut.

"Meine Jugendfeuerwehrmänner und -frauen waren bis zur letzten Minute hoch motiviert", freute sich Jugendwart Markus Reigl. Rund sechs Wochen hatten die vorbereitenden Arbeiten gedauert. Neben den 16 Jugendlichen waren rund 20 Betreuer vor Ort, darunter ein Sanitätsauto und der diensthabende Helfer vor Ort. Der Bürgermeister habe mehrmals zu verschiedenen Übungen vorbei geschaut.

Nach ihrem Eindruck vom Berufsjugendfeuerwehrtag gefragt, erklärten die drei Jugendlichen Marco, Stefan und Sabrina unisono: "Der 24-Stunden Tag soll auf jeden Fall wiederholt werden, am besten gleich morgen." Das nächste Ziel der Denkendorfer Jungfeuerwehrler ist, unter die Top drei am Kreisjugendfeuerwehrtag in Kipfenberg zu kommen.

Von Claudia Forster

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie: Berufjugendfeuerwehrtag 2010

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 30. Juli 2010 um 17:59 Uhr